Ausbau der Geschäftstätigkeit in schwierigen Zeiten – Was Modere daraus gelernt hat

Robert Reiss: Als wir beim letzten Mal davon sprachen, dass Sie Ihr Geschäft dazu nutzen, Unterstützung in der Krise zu bieten – wie haben Sie reagiert?

Asma Ishaq: Unsere erste Reaktion war es, zu helfen – auf jede nur denkbare Art und Weise. Es gehört zu den Kernwerten von Modere, Mitgefühl auszudrücken, und als Branchenführer, als soziales Unternehmen in unseren globalen Märkten und als Arbeitgeber haben wir die Verantwortung wahrgenommen, unsere einzigartigen Ressourcen und Mittel zur Herstellung wichtiger Produkte für Gesundheits- und Sicherheitsmitarbeiter einzusetzen. Wir begannen damit, dringend benötigte Handdesinfektionsmittel herzustellen. Wir haben uns in unsere Kunden und Vertriebsmitarbeiter hineinversetzt, die sich mit einem Gefühl der Ungewissheit konfrontiert sahen, und wir haben Initiativen eingeführt, um die Belastung der unvermeidlich mit der Krise einher gehenden wirtschaftlichen Auswirkungen zu verteilen. Wir haben auch authentisch und transparent gehandelt, indem wir im ständigen Austausch mit unseren Mitarbeitern, Kunden und Vertriebsmitarbeitern blieben. Und wir haben blitzschnell auf die Krise reagiert. In Zeiten wie diesen ist es wichtig, schnell zu handeln und Führungsstärke wie niemals zuvor zu an den Tag zu legen.


Reiss: Im letzten Monat wurde Modere als drittschnellstes Wachstumsunternehmen unter weiblicher Führung eingestuft. Wie haben Sie dieses Wachstum gesteuert?

Ishaq: Die Bewertung basiert auf unserer Wachstumsrate im Jahr 2019, und wir haben seitdem auf globaler Basis ein zweistelliges Wachstum realisieren können. Es gelang uns, zum Jahresbeginn unseren strategischen Wachstumsplan 2020 wirkungsvoll umzusetzen; dank unseres außergewöhnlichen Wachstums seit März 2020 mussten wir uns jedoch schnell an die neue und höhere Nachfrage nach unseren Produkten anpassen. Wir haben die Reihen mit unseren Aktionären geschlossen und konnten gezielt viele Bereiche unserer Geschäftstätigkeit auf einer subtilen Ebene anheben – von der Implementierung einer global einheitlichen Technologieplattform bis hin zur Steigerung der Produktionskapazität. Wir suchten nach kreativen und innovativen Lösungswegen und bezogen alle Teammitglieder auf allen Ebenen mit ein.

Reiss: Ein belastbares Unternehmen überlebt Krisen, aber wie bringt man ein Geschäft während einer Krise weiter voran?

Ishaq: Modere ist die perfekte Schnittstelle dreier kolossaler globaler Trends: die gestiegene Nachfrage nach Clean-Label-Körperpflege- und Gesundheits- und Wellness-Produkten, der digitale Wandel hin zum E-Commerce und das soziale Engagement für zielorientierte Marken. Wir hatten das Glück, dass wir den Trends und Paradigmenwechseln immer einen Schritt voraus bleiben und Märkte umgestalten konnten. So haben wir diese Gelegenheit vor allem zur Sicherstellung der Stabilität unserer Geschäftstätigkeit und in der Folge zur Positionierung unseres Unternehmens zur Weiterentwicklung in einer unsicheren Zukunft genutzt. Letzteres entstammt einer flexiblen, skalierbaren und transformativen Kultur. Wir nutzen tiefgreifende Kundenerkenntnisse, um die besten Kundenerfahrungen, Produkteinführungen und digitalen Angebote bieten zu können, ausgerichtet auf die Veränderungen, die wir im Verbraucherverhalten beobachten. Wir sind auch in der Lage, Risikobereiche zu meistern, um sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Während viele Unternehmen eher mit vorübergehenden Veränderungen auf eine Krisensituation reagieren, war es Ziel von Modere, eine agile, operative Kultur aufzubauen, die auf nachhaltige Auswirkungen zielt.

Reiss: Haben Sie während Ihrer Weiterentwicklung interessante Beobachtungen über Ihre Organisation gemacht?

Ishaq: Viele. Erstens, die Belastung, der ein Unternehmen – sei es aufgrund von Herausforderungen oder rasantem Wachstum – in einer Zeit wie dieser ausgesetzt ist, kehrt sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften nach außen. In einer solchen ständig (manchmal täglich) sich ändernden Umgebung darf man sich nicht verstecken. Ich habe gesehen, wie unser Team zusammenkam, mit den Veränderungen Schritt halten konnte, sich an eine neue Arbeitskultur anpasste und produktiver als je zuvor agierte. Wäre unsere Unternehmenskultur nicht bereits von unseren Unternehmensprinzipien geprägt worden, hätte alles ganz anders laufen können. Ich bin stolz auf unser Team und dessen Demonstration von Solidarität und Vertrauen in Bezug auf unsere Strategie und Ausrichtung, die sich auf unseren Werten, Prinzipien und Zielen gründen.

Zweitens ist meine Leidenschaft für unsere Produkte tief verwurzelt; ich wusste immer, dass unsere Produkte einen enormen Mehrwert für Menschen schaffen. Zugleich konnte ich in den vergangenen Monaten feststellen, dass unsere Kunden diesen Wert in unseren Produkten finden, dass sie bereit waren, sich umzustellen, da sich unser Geschäft an das neue „Normal“ anpassen musste. In meiner Unternehmensbotschaft an unsere Kunden im März habe ich noch einmal bekräftigt, dass wir diese Krise „gemeinsam“ mit ihnen bewältigen und alles in unserer Macht Stehende tun werden, diese Erfahrungen zu teilen. Seitdem durfte ich umfassende implizite und explizite Beweise ihrer Loyalität und Unterstützung erleben. In diesem Bewusstsein werden wir im nächsten Monat sogar noch größere wechselseitige Initiativen ankündigen, um unserer Wertschätzung zu zeigen und unsere Kunden und Vertriebsmitarbeiter zu würdigen. Es ist uns eine Herzensangelegenheit, unseren Kunden zu zeigen, dass uns an einer ertragreichen Entwicklung ihrer Geschäftstätigkeit gelegen ist und wir ernsthaft bemüht sind, ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten.